Hallo Gast, Sie können sich registrieren oder einloggen


Die Community - die Gartenfragen beantwortet!
www.gartenantwort.de

 
» Startseite Artikel / Artikel lesen
Gartenteich & Bachlauf 12.06.2012 09:19

Was ist eigentlich ein Biopool?

(Artikel mit 1 Seite)
Bei dem Wort "Biopool" stutzen viele Leute erst einmal. Biologen denken häufig an einen Pool verschiedener Tierarten, ähnlich einem Genpool nur mit Pflanzen und Tieren, Informatiker an einen Datenpool, andere Menschen an den örtlichen Tümpel und die meisten fragen: "Was ist das". Das Unverständnis erklärt sich dadurch, dass diese Art des Schwimmbeckens hierzulande noch nicht sehr bekannt ist.

Kristallklares Wasser wie im Bergsee

Bei dem Wort "Biopool" stutzen viele Leute erst einmal. Biologen denken häufig an einen Pool verschiedener Tierarten, ähnlich einem Genpool nur mit Pflanzen und Tieren, Informatiker an einen Datenpool, andere Menschen an den örtlichen Tümpel und die meisten fragen: "Was ist das". Das Unverständnis erklärt sich dadurch, dass diese Art des Schwimmbeckens hierzulande noch nicht sehr bekannt ist.

Es handelt sich dabei um ein relativ gewöhnliches Becken - aber eben nur relativ gewöhnlich, nicht ganz. Um das Wasser für den Badenden klar und sauber zu halten, wird es normalerweise bei traditionellen Methoden durch einen Filter gepumpt und mit Chlor versetzt. Dieses Chlor ist unverdünnt eine stark ätzende Substanz, stark verdünnt beugt es der Bildung von Bakterien und Algen vor. Auch wenn der Anteil im Wasser sehr gering ist, führt es bei manchen Personen zu Hautreizungen und Rötungen der Augen.

Beispiele für Biopools

Bei einem Biopool geschieht diese Reinigung rein biologisch durch einen Kiesfilter, spezielle Wasserpflanzen und Bakterien, die die Nährstoffe abbauen. Damit die Badenden einerseits nicht das Biotop beeinträchtigen und sich andererseits nicht am Bewuchs stören, besteht die Anlage immer aus zwei abgetrennten Bereichen (im Gegensatz zu einem Schwimmteich, der beide Funktionen in einem Becken vereint): Einer Schwimmzone und einer wesentlich kleineren Filter- oder Regenerationszone, die für die Aufbereitung zuständig ist. Diese räumliche Aufspaltung kann durch verschiedene Arten realisiert werden. Es ist sowohl möglich, dass beides direkt angrenzend nebeneinander platziert wird, als auch, dass die Regenerationszone in größerer Entfernung und scheinbar unabhängig vom Pool liegt. Bei engen Verhältnissen kann die Wasseraufbereitung auch in unterirdischen Becken vorgenommen werden, so dass davon rein äußerlich nichts zu sehen ist. Sollte beides nebeneinander liegen, hat das aber den Vorteil, dass auf eine Pumpe verzichtet werden kann. Dem ist nicht so, wenn sich das filternde Biotop weiter weg befindet, in diesem Fall müssen die beiden Einheiten unterirdisch durch eine wasserdurchlässigen Schicht oder ab einer gewissen Strecke durch Rohre miteinander verbunden, so dass ein Austausch möglich wird. Beliebt und optisch auch sehr schön anzusehen sind dabei Varianten, bei der das Wasser oberhalb des Beckens in einen Teich gepumpt und gereinigt wird und dann als Springbrunnen zurückfließt. Diese Bauart ist vor allem in bergigen Regionen anzutreffen, und besonders in der Schweiz verbreitet.

In der Anschaffung erfordert ein Biopool zwar etwas höhere Anfangsinvestitionen als ein herkömmliches Schwimmbecken, die Betriebskosten liegen allerdings deutlich darunter und es ist kein Einsatz von Chemikalien notwendig. Gerade für Menschen, die empfindlich auf Chlor reagieren, steigert dies die Badefreude bedeutend. Ebenso entfällt ein Ablassen oder Wechseln des Wassers. Die Wasserqualität ist bei Beidem ungefähr dieselbe und hängt noch von vielen weiteren Faktoren ab, wobei bei einem Biopool stets mit einem gewissen Zeitraum gerechnet werden muss (bis zu mehreren Jahren). Diese Periode wird benötigt, damit das entstandene Ökosystem Gelegenheit bekommt, sich auf ein dauerhaftes Niveau einzupendeln. Selbstverständlich kann der Biopool jedoch auch in dieser Etappe benutzt werden, es muss jedoch vereinzelt mit kleineren Verunreinigungen gerechnet werden.

Kommentieren (0) | Drucken | Artikel wurde 3429 mal aufgerufen


Ähnliche Artikel
# Artikeltitel Arikeldatum
1. Was sind eigentlich Gartenakademien? 07.07.2011 11:38